Der GROSSE RING wurde 1908 auf Initiative des Trierer Oberbürgermeisters Albert von Bruchhausen gegründet. Er schloss die seit Mitte des 19. Jahrhunderts an Mittelmosel, Saar und Ruwer bestehenden Versteigerungsringe bedeutender Weingüter – einschließlich der großen kirchlichen Güter – zusammen. Im Jahre 1910 vereinigte von Bruchhausen die inzwischen in den anderen deutschen Weinbaugebieten entstandenen ähnlichen Gemeinschaften zum “Verband Deutscher Naturweinversteigerer” – Vorgänger des heutigen renommierten “Verband Deutscher Prädikatsweingüter” (VDP).

Zur Zeit seiner Gründung zählte der GROSSE RING 56 Mitglieder, und von Bruchhausen, der auch Direktor der Vereinigten Hospitien war, übernahm den Vorsitz. Vereinszweck waren natürlich die Versteigerungen, die nachweislich auf 1893 (und wahrscheinlich schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts) zurückgingen.
Schon damals war man sich des Zusammenhangs zwischen Weinqualität und Weinverkauf bewusst und schrieb sich beides gleichberechtigt auf die Fahne.

Der GROSSE RING hat bis heute insgesamt 120 Weinversteigerungen durchgeführt. Sie dauerten früher eine ganze Woche. Bei der ersten Nachkriegsversteigerung am 17. und 18. Februar 1949 wurde für 1 Fuder 1945er “Dhronhofberger feinste Auslese” ein Preis von DM 27.000,– gezahlt. Durchschnittlich wurden bei dieser Versteigerung DM 8.800,– pro Fuder erlöst – ein geradezu phantastischer Preis aus der Sicht der damaligen außerordentlichen Geldknappheit. Besonders spannend verliefen die Versteigerungen nach den großen Weinjahrgängen 1953 und 1959. Sensationell war der Preis von
DM 57.110,– für ein 1959er Moselfuder. Lang wäre die Liste, wollte man alle über-durchschnittlichen Ergebnisse aufführen. Aber festzustellen bleibt: Seit jeher und auch heute noch stellen die Trierer Weinversteigerungen in Qualität und Preis einen Orientierungspunkt für das gesamte Weinbaugebiet dar. Von hier aus geht der Ruf der Gutsweine in die ganze Welt.

Heute nennt sich der Verein GROSSER RING VDP Mosel-Saar-Ruwer und zählt 31 Mitglieder. Darunter finden sich Namen, die fast genauso im Gründungsverzeichnis standen. In 100 Jahren zählte der Verein nur fünf Vorsitzende:

1908- 1935 Albert von Bruchhausen, Trier
1935- 1963 Alfons Claessens, Wawern
1963 - 1984 Werner Tyrell, Trier-Eitelsbach
1984 - 2004 Wilhelm Haag, Brauneberg
2004 - 2008 Eberhard von Kunow, Oberemmel
Seit 2008 Egon Müller-Scharzhof, Wiltingen

Der Vereinszweck ist im Zuge der aktuellen Globalisierung erweitert worden und umfasst nun neben den Versteigerungen Präsentationen und Verkaufsveranstaltungen im In- und Ausland. Wie vor 100 Jahren gilt Qualität immer noch als Voraussetzung für Erfolg:
“Aus Tradition der Qualität verpflichtet ”.

Grundsätzlich können nur natürliche Personen Mitglied sein, die im Weinbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer Besitz oder Eigentum haben (Auszug aus der Satzung). Außerdem kann heute nur Mitglied werden wer

> gute und beste Weinbergslagen besitzt
> mindestens 80% Riesling anbaut
> Vollerwerbsbetrieb ist
> überdurchschnittlich viel Prädikatsweine erntet

Alle Mitglieder führen auf der Flaschenausstattung als Qualitätszeichen den Traubenadler mit den Buchstaben VDP (Verband Deutscher Prädikats und Qualitätsweingüter).

So glaubt sich der GROSSE RING VDP Mosel-Saar-Ruwer für das neue Jahrtausend bestens gerüstet zu sein.
1908 - 2008
100 Jahre Spitzenqualität



 
 
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